Monika Tatrai bei einer Klangreise in Wien — Klangschalen, warmes Licht
Impulse · Klangreise · Körper

Was in einer Klangreise wirklich passiert

Ein Erfahrungsbericht

September 2026  ·  Monika Tatrai

Ich bin eigentlich kein Mensch, der viel mit solchen Dingen anfangen kann.

Ich mag es, wenn Dinge nachvollziehbar sind.
Zahlen, Listen, Abläufe.
In meinem Beruf als Buchhalterin bin ich es gewohnt, genau hinzusehen, zu prüfen und Dinge einzuordnen.

Mit Meditation und ähnlichen Angeboten hatte ich bisher eher wenig zu tun.

Deshalb war ich auch etwas unsicher, als ich mich für eine Klangreise angemeldet habe.

Ich dachte, ich werde dort liegen, ein paar Klangschalen hören und mich vielleicht ein bisschen entspannen.

Klangschalen auf einem Holztisch — warmes, weiches Licht

Am Anfang war es genau so

Am Anfang war es auch genau so, wie ich es erwartet hatte.
Ich lag da und hörte die verschiedenen Klänge.

Gleichzeitig gingen mir noch viele Gedanken durch den Kopf.
Was ich am nächsten Tag erledigen musste.
Ein Gespräch, das mir nicht aus dem Kopf ging.
Dinge, die ich eigentlich gar nicht denken wollte.

Dann wurde es langsam weniger.

Ich kann gar nicht sagen, wann genau das passiert ist.

Irgendwann habe ich nicht mehr darüber nachgedacht,
ob ich mich entspanne.
Ich habe einfach nur noch zugehört.

Die Klänge waren nicht immer angenehm im klassischen Sinn.
Manche waren tief und deutlich spürbar.
Andere eher fein.
Ich hatte zwischendurch das Gefühl, dass mein ganzer Körper darauf reagiert.

Monika Tatrai — konzentriert, ruhig, bei einer Klangreise in Wien

Und dann ist etwas passiert

Dann ist etwas passiert, womit ich nicht gerechnet hatte.

Ich musste plötzlich weinen.

Es gab keinen konkreten Gedanken dazu.
Keine bestimmte Erinnerung.
Ich wusste nicht einmal genau, warum ich weinte.
Es war einfach da.

Normalerweise kann ich meine Gefühle ziemlich gut zur Seite schieben, wenn es gerade nicht passt.
Ich funktioniere, erledige meine Dinge und mache weiter.

In diesem Moment musste ich nichts machen.

Niemand wollte etwas von mir.
Ich musste nichts erklären
und auch nichts verstehen.
Ich konnte einfach dort liegen
und wahrnehmen, was gerade da war.

Und vielleicht war genau das ungewohnt.

Eine Hand hält eine Klangschale — Stille und Resonanz

Nicht euphorisch. Eher ruhig.

Nach der Klangreise habe ich mich nicht euphorisch gefühlt.
Auch nicht wie ein neuer Mensch.

Eher ruhig.

Und gleichzeitig war da etwas, das ich schwer beschreiben kann.
Als hätte ich für eine kurze Zeit einen Teil von mir wahrgenommen, für den im normalen Alltag nicht viel Platz ist.

Ich habe auf dem Heimweg darüber nachgedacht.

Vielleicht ist eine Klangreise tatsächlich nicht einfach nur Entspannung mit Musik.
Vielleicht geht es gar nicht darum, dass etwas Bestimmtes passieren muss.

Vielleicht reicht es manchmal,
für eine Weile nichts leisten zu müssen
und sich selbst wieder wahrzunehmen.

Das hätte ich vorher nicht erwartet.

— Erfahrungsbericht einer Teilnehmerin

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